Schützenfest 2002

Vorübung am 22.06.2002

Die Vorübung ist der Beginn der „Schützenfest-Woche“; für viele Schützen beginnt an diesem Termin der Ausnahmezustand, der erst montags nach dem Schützenfest endet. Erste Vorbereitungen starteten bereits am Mittwoch (19.06.) um 17:00 Uhr mit dem Aufstellen des Gildezeltes, wo sich die Schützen bereits zahlreich und hochmotiviert zeigten. Fast 60 Schützen traten bei großer Hitze und dunkler Bewölkung um 18:00 Uhr am Appellplatz an. Nach der Wimpelhissung gab es einen kleinen Umzug nach Ostermann/Niegeländer und zurück Anschließend wurden Parade und Zapfenstreich geübt. Die Fackelträger werden in diesem Jahr von 4 weiblichen und 4 männlichen Jungschützen gestellt. Im Verlaufe des Abends wurden noch jede Menge Orden für Jubilare und verdiente Schützen sowie die Schießauszeichnungen ausgegeben. Dem Spielmannszug „Grün-Weiß“ Stockum, der in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert und auch seit 50 Jahren im Nierstenholz spielt, wurde ein Fass Bier geschenkt. Die Musiker ließen sich nicht bitten und heizten die Stimmung im Gildezelt an. Im Verlaufe des Abends wurde die Vorübung noch zu einer recht heftigen Fete, die bis weit in den Morgen hinein dauerte. D.J. André Knarse sorgte für die richtige Tanzmusik.

Bilder Vorübung am 22.06.2002

Vorbereitungen auf das Schützenfest

Vorbereitungen auf das Schützenfest montags trafen sich erfreulich viele Schützen auf dem Schützenplatz zum Herrichten des Festplatzes. Es kamen erfreulich viele Helfer, denn es waren mehr Arbeiter als Arbeit da. Dienstags wurde beim Königspaar Theo und Birgit Klaes das vereinseigene Schützenzelt aufgebaut. Auch hier war die Beteiligung wieder erfreulich. Der Schützenfest-Mittwoch ist traditionell der Tag, an dem die Frauen sich bei der Königin zum Rosen binden treffen, während die Männer Tannengrün besorgen. Nach einer Stärkung in Form von königlichem Kaffee und Kuchen ging die Frauen tatkräftig ans Werk, um die zahlreich benötigten Papierrosen und -bänder zu falten. Die Männer brauchten dieses Mal nicht weit zu fahren. Schützenbruder Friedel Kleiböhmer wollte in seinem Kleingarten, der bekanntlich an der Schützenwiese angrenzt, einige Tannen los werden, die also lediglich klein geschnitten und aufgeladen werden mussten. Abends wurden dann gemeinsam der Kranz sowie die große Tannenkrone und einige Ständer für den Königstisch im Zelt gebunden. Roger Thöne grillte und die "Klaftermusikanten" gaben ein Platzkonzert. Auch die nebenan gelegene Heuwiese musste leiden: nach der Arbeit tobten sich einige mit einer Heuschlacht aus. Insgesamt ein sehr gelungener Tag. Auch am Freitag herrscht den ganzen Tag auf der Schützenwiese Trubel. Morgens begann der Tag, den viele als ersten Schützenfest-Tag bezeichnen, mit einem gemeinsamen Frühstück. Anschließend fuhr eine Abordnung los, um Birken zu holen und bei den Standorten, die außerhalb der Bauerschaft gelegen oder schwierig mit einer „Treckerkolonne“ anzufahren sind, aufzustellen. Andere Schützenbrüder -und -schwestern führten auf der Wiese weitere Aufgaben durch, insbesondere die Paradebühne ist hier zu nennen. Nachmittags ging es gemeinsam mit dem Spielmannszug „Grün-Weiß“ Stockum los zum Aufhängen der Kränze sowie dem Verteilen der Birken in der Bauerschaft. Das Einbinden der Rosen übernahmen die Frauen der „5. Kompanie“. An diesem Tag ist es zur traurigen Tradition geworden, dass die Schützen bei der Fahrt zum König neben einer gewissen inneren Nässe auch äußerlich durchnässt werden. Oder, nicht so geschwollen ausgedrückt: Wir wurden von einem Platzregen heimgesucht, so dass der Regen aus den Schuhen floss. Der abendliche Abschluss beim scheidenden Königspaar war dennoch sehr gelungen. Hierzu trug die „5. Kompanie“ bei, die dem König eine sehr grazile Schleiertänzerin schenkte.

Bilder Rosen machen und Kranz binden am 26.06.2002

Bilder Vorbereitungen am Freitag vor dem Fest

Erster Schützenfesttag am 29.06.2002

Um 13:30 begann endlich das Schützenfest mit dem Antreten der Schützen und den Musikern – dem Spielmannszug "Grün-Weiß" Stockum und der Blaskapelle Ascheberg – am Festplatz. Nach den üblichen Formalitäten, der Meldung an den Oberst, dem Verteilen wieder gefundener sowie noch nicht verliehener Orden und der Flaggenhissung ging es los zum Königspaar Theo und Birgit Klaes. Am Bildstock, den im Jahr 1994 unter der Federführung des Schützenvereins restauriert wurde, wurde ein Blumengesteck zum Gedenken an die Verstorbenen niedergelegt.

Beim Königspaar wartet ein Umtrunk auf die Schützenschwestern- und brüder. Alle freuten sich, als sich sogar die Sonne zu ersten schüchternen Strahlen locken ließ. Ascheberg und Stockum spielten auf. Nach der Stärkung nahm das Königspaar mit ihrem Hofstaat und das Kinderkönigspaar (Jens Dellwig und Rebekka Vorbeck) die Kompanie mit einem Vorbeimarsch ab. Dann hieß es Abschied vom Hause Klaes nehmen, die uns fast eine Woche lang fast täglich hervorragend bewirtet hatten, und es ging los zum Festumzug durch die Bauerschaft. An der Schützenwiese wieder angekommen, stellen sich nach der Parade die Musiker des Spielmannszugs sowie der Blaskapelle Ascheberg zum großen Zapfenstreich auf. Das anschließende Kaffee trinken funktionierte nicht ganz so reibungslos wie bei den Schützenfesten zuvor; der neue Zeltwirt Beuscher hatte nicht berücksichtigt, dass mehr als 100 Personen gleichzeitig die Kuchentheke bestürmen würden. So gab es Wartezeiten von bis zu einer halben Stunde für zwei Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee.

Abends wurde das scheidende Königspaar mit ihrem Hofstaat von den Schützen noch einmal ordentlich gefeiert. Als Gastvereine waren die Schützenvereine Frohsinn, Varnhövel-Ehringhausen, Stockum, Lütkeheide und Baaken da. Für gute Musik sorgte wie beim letzten Mal die Tanz- und Showband Bugatti aus Recklinghausen, denen es gelang, dass bereits beim zweiten Lied die ersten Gäste auf den Stühlen standen. Gegen 1:30 Uhr verabschiedeten sich Theo und Birgit mit einem Abschiedstanz.

Bilder Erster Schützenfest-Tag am 29.06.2002

Zweiter Schützenfesttag am 30.06.2002

Bereits um 6:30 Uhr fuhr der Spielmannszug „Grün-Weiß“ Stockum gemeinsam mit Hauptmann und Feldwebel durch die Bauerschaft, um die Schützen, die sich nach dem Schützenball teilweise gerade erst hingelegt haben, wieder zu wecken. Zum Frühstücken ging es für die Frühaufsteher zum Stabsarzt Norbert Krusel. Der Feldgottesdienst wurde dieses Mal vom Kapuzinerpater Wolfgang gelesen. Nach Ende der Messe gab es eine kurze Vorbereitungsphase, dann begann der Höhepunkt der Festlichkeiten, das Vogelschießen. Die Leitung des Schießens hatten Uli Adrowski und Willi Kampert vom Schützenverein Südkirchen. Der Verlauf des Schießens erfüllte die Erwartungen. Der scheidende König Theo Klaes holte sich bei strahlendem Sonnenschein mit dem ersten Schuss sofort den Reichsapfel. Nach ihm schossen Königin Birgit, Oberst, Vorsitzender, Major und die ersten Ehrengäste (Bürgermeister Wichmann und Pater Wolfgang). Bis zur Feuerpause zu Beginn des WM-Endspiels waren alle Insignien vergeben: Das Zepter holte sich Hauptmann Bernd „Vaffi“ Verfürth, die Krone Adjutant Klaus Bierfreund und die Flügel Marcus Neuhaus (rechts) und Martin Osterkemper (links). Vertreter zahlreicher Gastvereine waren anwesend. Zu Beginn des WM-Endspiels Deutschland - Brasilien wurde dann die große Feuerpause eingeläutet. Im vollgestopften Festzelt war die Stimmung trotz schlechter Sicht (das Zelt war für eine Übertragung auf eine Leinwand reichlich hell) zunächst hervorragend. Als jedoch das 0:2 fiel, war die Enttäuschung groß. Erfreulich allerdings, dass mit dem Spielende die gute Stimmung schnell zurück kam und das spannende Schießen fortgesetzt werden konnte. Mit dem 344. Schuss schaffte es dann Stephan Laarmann-Quante, den letzten Rest des arg gerupften Vogels von der Stange zu holen. Unter großem Jubel erkor er sich seine damalige Kinderschützenkönigin von 1984, Tanja Verfürth, zur Königin. In den Hofstaat kamen Christian und Melanie Büscher, Michael Kemper und Nadine Wowro, Christoph Laarmann-Quante und Sandra Niegeländer sowie Marco Dellwig und Daniela Hesener. Den frisch Inthronisierten blieb wegen der langen Fußball-Pause nur eine kurz Vorbereitung, denn schon 2 Stunden nach dem Königsschuss traf sich die Komanie bei Krusel ein, um das neue Regentenpaar vom Haus Büscher/Hesener abzuholen. Nach einem Umtrunk ging zurück zur Festwiese, wo das Königspaar nach der Parade ins Festzelt gebracht wurde. Nach dem Einmarsch der Gastvereine, es kamen noch die Schützenvereine Holthausen-Schmintrup, die Bürgerschützen, Cappenberg, Langern sowie der Männerring Netteberge, den Gratulationen der „5. Kompanie“, den Klaftermusikanten und Stephans Nachbarn, konnte der große Königsball zu Ehren des neuen Königspaares mit dem Königstanz beginn. Es spielten wieder „Bugatti“ und sie machten ihre Sache genauso gut wie am ersten Tag. Um 1:30 Uhr verabschiedete sich das Königspaar Stephan und Tanja mit einem Abschiedstanz. Das Fest war aber trotzdem noch lange nicht zu Ende...

Bilder Zweiter Schützenfest-Tag am 30.06.2002

Schützenfestnachfeier

Auch dies ist mittlerweile zur Tradition geworden: Montags abends nach dem Schützenfest traf sich die Schützenfamilie noch einmal im Gildezelt, um das Schützenfest Revue passieren zu lassen. Die „Klaftermusikanten“ spielten. So mancher Rückblick wurde erzählt und so manche Anekdote zum Besten gegeben. Insbesondere Günter Laarmann-Quante mit seiner launigen Eröffnungsrede und die Chefin der „5. Kompanie“, Margret Kemmler, legten sich ins Zeug. Was wurde so alles erzählt? Erst einmal fanden es alle beeindruckend, dass es freitags vor dem Fest und montags nach dem Fest wie aus Kübeln schüttete, wir das Schützenfest selbst aber bei strahlendem Sonnenschein erlebten. Der Herrgott war am Schützenfest-Wochenende in Grün-Weiß gekleidet. Dann waren sich alle einig, dass der Sonntag rund ums Schießen und das WM-Endspiel perfekt verlaufen ist. Zeitlich genau im Rahmen, hohe Besucherzahl, keine fremden Randalierer. Mit dem neuen Festwirt, Karl Beuscher war man sehr zufrieden. Und doch wurde ein Schützenbruder erwähnt, dem Beschädigung eines der höchsten Güter des Vereins nachgewiesen wurde, mutwillig unterstellten einige sogar. Josef Holtmann schoss auf den Vogel, aber sein Schuss ging gewaltig daneben. Er traf das Blumen-Gesteck, das oben über dem Kugelfang angebracht war. Einige Blumen segelten herunter, so dass man sich an einen Schießstand auf der Kirmes erinnerte. Was aber für einen noch größeren Brüller sorgte: Vom Gewehr aus hinter dem Blumen-Gesteck war die große grün-weiße Fahne des Vereins gehisst. Diese Fahne zieren seit dem kapitalen Fehlschuss einige Löcher... Ansonsten war der Abend recht unterhaltsam. Es gab ein leckeres Buffet. Trotz Freibier zahlten einige noch mit übrig gebliebenen Biermarken (es wurden schätzungsweise 100 verfallene Biermarken in diversen Uniformen gefunden). Margret Kemmler gab Königin Tanja, die im Verein bekanntlich als Sanitäterin fungiert, einen ganz speziellen Koffer mit vielen nützlichen Dingen, wie Tanja ihren Stephan fit halten kann. Für ihr Engagement als Chefin der "5. Kompanie" schenkten ihr die Frauen eine Fahnenstange. Margret war zu Tränen gerührt, so dass man einen ganz seltenen Augenblick erlebte: Sie war sprachlos. Im weiteren Verlauf traten drei ganz spezielle Grazien (Margret Kemmler, Elisabeth Holtmann und Ex-Königin Birgit Klaes) als Stripperinnen auf, die allerdings von ihrer wirklichen Pracht natürlich nichts zeigten (jemand sagte „Gott sei Dank“).

Bilder Schützenfest-Nachfeier am 01.07.2002

„Sonntagsausgehbilder“ vom alten Königspaar

Melanies Album