Chronik

Im Jahr 1935 gründete der damalige Landschul-Lehrer der Nierstenholzer Schule, Josef Reinkemeier, einen Kinderschützenverein und benannte ihn nach dem Schulbezirk Kinderschützenverein „Am Nierstenholz“. Im Jahr 1947, 2 Jahre nach dem 2. Weltkrieg, feierten ehemalige Schüler und Schülerinnen des Schulbezirks ein Wiedersehen. Anlässlich dieser Wiedersehensfeier wurde der Junggesellenclub „Harmonie“ gegründet, der bei Gründung des Schützenvereins wenige Monate später Teil des neuen Vereins wurde.

Noch vor der Gründung des Schützenvereins wurde am 24.07.1948 im Saale „Mutter Stuff“ das erste Schützenfest gefeiert. Geleitet wurde es von Oberst Franz Bliesing, Schriftführer Josef Reinkemeier, Hauptmann Franz Büscher, gleichzeitig Kassierer, und Adjudant Heinrich Schulte-Kersting. Herr Schulze-Rückamp und Herr Schulte-Kersting stellten die Festwagen zur Verfügung. Für Musik sorgte die Musikkapelle Bialasik aus Selm.

Da das Fest als sehr gelungen bezeichnet wurde, wurde überlegt, im folgenden Jahr wieder ein solches Fest zu feiern. So wurde überlegt, ob ein Schützenverein ins Leben gerufen werden sollte. Am 08.08.1948 wurde von Franz Büscher und Lehrer Josef Reinkemeier eine außerordentliche Generalversammlung einberufen, auf der von 60 schriftlich eingeladenen anwesenden Personen der Schützenverein offiziell ins Leben gerufen wurde.

Zum ersten Vorsitzenden wurde Franz Dirks gewählt, sein Stellvertreter war Heinrich Laarmann-Quante, Franz Büscher wurde offiziell zum Kassierer, Lehrer Josef Reinkemeier zum Schriftführer gewählt. Es wurde ein monatlicher Beitrag von 1,- DM festgelegt, der von allen erwerbstätigen „Männern und Jungmännern“ zu entrichten war. Der amtierende König Franz Bliesing schenkte dem Verein das erste Protokollbuch.

Folgendes wurde auf dieser Versammlung festgelegt: Mitglied durfte jeder Bürger werden, der in dem Schulbezirk wohnte und mindestens 16 Jahre alt war. Ferner Personen, die außerhalb wohnten und eine feste Braut aus dem Schulbezirk hatten. Der Verein sollte der Hege und Pflege der Nachbarschaft sowie der gegenseitigen Hilfe im Notfall dienen. Durch Frohsinn und Munterkeit sollten die ländlichen Feste gefördert werden. Es wurde festgelegt, dass drei Feste im Jahr gefeiert werden: Bunter Abend (heute Karneval), Sommer- oder Schützenfest und Erntdankfest.

Die drei Feste - und mittlerweile auch noch einige mehr - werden heute noch gefeiert. Die Einschränkungen zur Mitgliedschaft wurden inzwischen allerdings gelockert... Bereits 1949 wurde ein Antrag gestellt, die Bezeichnung „Braut“ durch „Freundin“ zu ersetzen. Wer nicht im Verein war und an einem Fest teilnehmen wollte (z.B. weil er eine Dame im Schulbezirk hatte), musste sich mindestens 8 Tage zuvor anmelden. Sonst durfte er nicht teilnehmen.

Die 50er

1950 lebte der Schützenverein Varnhövel-Ehringhausen wieder auf, zu dem Nierstenholz bis 1938 gehörte. Die Nierstenholzer beschlossen einstimmig, dem Verein nicht beizutreten und ihrem neu gegründeten Verein die Treue zu halten. Dies teilte den Varnhövelern der neue erste Vorsitzende Ludwig Lunemann mit. Ludwig Lunemann war 25 Jahre erster Vorsitzender unseres Vereins.

Im Jahr darauf legte sich der Verein eine Vereinsfahne zu, die auch heute noch bei vielen Anlässen unseren Verein repräsentiert. Die Fahne trägt auf der einen Seite die Inschrift „Schützenverein Am Nierstenholz 1935-1948“, auf der anderen Seite einen kapitalen Hirschkopf mit der Inschrift „Im Auge Klarheit, im Herzen Wahrheit“. Die Fahne kostete 400,- DM, was 1951 ein enormer finanzieller Kraftakt für den jungen Verein war. Die Fahne wurde 1995 grundüberholt.

Ab 1952 wurde das Schützenfest alle 2 Jahre gefeiert. Bereits damals gab es - bis 1958 - in Nierstenholz unter der Leitung von Franz Büscher eine Blasmusik, die auf den Schützenfesten für Musik sorgte. Ab 1954 spielte dann, zunächst gemeinsam mit der Nierstenholzer Blasmusik, der Spielmannszug Stockum mit dem unvergessenen Tambourmajor Rudi Sendermann für Musik sorgte. Von 2004 bis 2010 musizierte der Spielmannszug „St. Hubertus Horst & Wessel“ und seit 2012 wieder „Grün-Weiß Stockum“. Die Nierstenholzer Spielmannszüge „Heimatklänge“ und ihr Nachfolger, die „Klaftermusikanten“, legten Wert darauf, auf ihrem eigenen Schützenfest nicht zu spielen.

Anfang November 1956 wurde zum ersten Mal ein Biwak gefeiert. Dies wird auch heute noch so gehalten. Der Versuch vor einigen Jahren, das Biwak in den Oktober zu verlegen, schlug fehl, da die Veranstaltungen sich im Zeitraum September/Oktober jedes Jahr „ballen“. Traditionell gibt es Erbsensuppe. 1996 wurden die Schützen mit Bratkartoffeln und Grünkohl überrascht. 1999 machte Heino Osterkemper ein Verspreche wahr, das er einige Jahre zuvor gegeben hatte und wovon alle begeistert waren: Er grillte ein Lamm.

Das erste Preisschießen für die Mitglieder und Schützenfrauen wurde 1957 durchgeführt. Die Schießleitung hatte damals Vereinswirt und Lademeister beim Schützenfest, Josef Dirks. Auch diese Veranstaltung wird seitdem jährlich durchgeführt, seit 1959 allerdings auf mehrere Sonntage verteilt.

Seit 1958, dem Schützenfest anlässlich des 10-jährigen Bestehens, feiern die Nierstenholzer ihre Schützenfeste öffentlich, seit 1962 Samstags und Sonntags. Zuvor fand das Schützenfest, gemäß der damals üblichen Tradition, Sonntags und Montags statt. Bis 1960 waren im Nierstenholz die Offiziere hoch zu Pferde. Auch die Festwagen wurden bis dahin von einem Pferdegespann gezogen.

Die 70er

Im Jahr 1971 gab es unter der Leitung der Nierstenholzer Schießwarte Willi Dirks und Rudi Hesener ein Pokalschießen zwischen den Schützenvereinen Varnhövel-Ehringhausen, Baaken, Holthausen-Schmintrup und Nierstenholz, das die Nachbarn aus Varnhövel-Ehringhausen vor unseren Schützen für sich entschieden. Dies war der Beginn des Schießsportes mit benachbarten Vereinen, aus dem später das heutige Schießen um den Gildepokal entstand. 1974 nahm man gar am Pokalschießen der Bundeswehr teil und wurde bei 20 teilnehmenden Vereinen sensationell Zweiter.

1973 wurden anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Vereins Schützen-Uniformen angeschafft, wie sich auch heute noch getragen werden: grüner Schützenhut, grüne Krawatte (dies gab es schon seit 1968), grüne Jacke, weißes Hemd und schwarze Hose.

Zwei Jahre später endete eine Ära: der erste Vorsitzende Ludwig Lunemann trat aus gesundheitlichen Gründen (immerhin war er bereits 76 Jahre alt) zurück. Sein Nachfolger wurde Egon Osterkemper, dessen erste Amtshandlung der Vorschlag war, seinen Vorgänger zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen, was natürlich einstimmig beschlossen wurde. 1986 verstarbLudwig Lunemann. Auch Egon Osterkemper behielt das Amt des Vorsitzenden für einen langen Zeitraum. 1987 wurde Günter Laarmann-Quante sein Nachfolger, der noch heute „Chef“ der Nierstenholzer ist.

Gottfried Neuhaus lud 1978 als damals amtierender König den Schützenverein zu einem Ausmarsch ein. Dies ist seitdem Tradition. Der amtieren Schützenkönig lädt in dem Jahr, in dem kein Schützenfest gefeiert wird, den Verein zu einem Umtrunk ein. Ebenfalls zur Tradition ist es geworden, dass ihm dies mit einer 3-Liter-Flasche Schnaps gedankt wird...

1979 traten die Schützen erstmals am Antreteplatz am Kohuesholz, mitten in der Bauerschaft, an. Hier hatte die Stadt Werne einen Parkplatz für Spaziergänger im Nierstenholzer Wald errichtet und unserem Verein gestattet, eine Fahnenstange zu errichten..5 Jahre später pachtete der Verein von Franz Dirks eine Wiese, die direkt an diesem Parkplatz gelegen war. Diese Wiese wurde hergerichtet und ist seitdem „unsere“ Schützenwiese. Die Schützenfeste, die bisher (mit einer Ausnahme 1956) immer in den Anlagen der Vereinswirtschaft „Mutter Stuff“ gefeiert wurden, werden natürlich seitdem im Zelt auf der eigenen Wiese gefeiert.

Die 80er

Die offizielle Einweihung der Schützenwiese wurde am 15.09.1984 ganz groß gefeiert. Alle Werner Schützenvereine und der Schützenverein Cappenberg waren eingeladen, alle Werner Spielmannszüge spielten, das gemeinsame Spiel (Preussens Gloria) unter der Leitung des Tambour-Majors des Spielmannszuges „Heimatklänge“ Nierstenholz, Bernd Verfürth, war beeindruckend. Unser erster Vorsitzender, Egon Osterkemper, hielt eine bemerkenswerte Ansprache. Der Bürgermeister der Stadt Werne, Franz-Josef Grube, hielt ebenfalls eine Rede, ihm wurde eine Fahnenstange mit der Bundesfahne gewidmet.

Schützenkönige hatte unser Verein in seiner Geschichte schon einige, aber nur einen Schützenkaiser. 1983 schoss Franz Büscher, einer der Gründer des Vereins, den Vogel von der Stange. Da er bereits 1966 König war, durfte er sich nun Schützenkaiser nennen. Zu seiner Kaiserin erkor er sich die Frau, die auch während seiner ersten Regentschaft seine Königin war, nämlich Franziska Katzenberger (die 1966 noch Bliesing hieß). Das Kaiserpaar Franz und Franziska ist noch heute unvergessen. Unter anderem wurde während ihrer Kaiserzeit die Vereinskanone angeschafft, die „Franziska“ getauft wurde. Der Traktor, der die Fahne zog, war ein mit viel Liebe restaurierter „Trecker-Oldie“, den die Schützen „Franz“ nannten. Als Kanone und Traktor eingeweiht wurden, sagte Franz Büscher zu seinem Cousin und Namensvetter Franz Dirks „Dä Franz, löpp all“. Dieses Zitat wurde auf der Kanone verewigt.

Im Jahr 1989 stiftete der damalige König Bernhard Kemper eine goldene Kompanieschnur, um die fortan gleichzeitig mit den Schießauszeichnungen geschossen wurde. Der Sieger des Schießens darf diese Schnur für 2 Jahre als Auszeichnung des besten Schützen des Vereins tragen. Erstmaliger Sieger wurde Heino Osterkemper. Ihm gefiel diese Schnur so gut, dass er sie bis 1997 erfolgreich verteidigte.

Die 90er

1990 ging wieder eine Ära zu Ende. Viele Jahre hatte Heinrich Lunemann, einer der Mitbegründer des Vereins, die Kasse geführt. Aus gesundheitlichen Gründen gab er das Amt auf, das er mit seiner Art, die manchmal recht „knausrig“ wirkte, geprägt hat. Sein Nachfolger wurde Antonius Knarse, der diese Amt auch heute noch ausführt. Heinrich Lunemann verstarb 1998.

In der Gründungszeit des Vereins wurden bei „Mutter Stuff“ von den Schützen und Schützenfrauen regelmäßig Theaterstücke, zumeist lustige plattdeutsche Alltagsgeschichten, aufgeführt. Auf Initiative des amtierenden Königspaares Josef und Gabriele Neuhaus wurde dieser Brauch 1992, etwa 30 Jahre nach dem letzten Theaterstück, noch einmal aufleben lassen. Aufgeführt wurde das Theaterstück „De grote Knall“. Im restlos überfüllten Saal wurde das Stück ein Riesenerfolg.

Im Rahmen des Schützenfestes 1993 gab es eine weitere Ehrung: Rudi Hesener, der im Verlaufe der Jahre fast jedes Amt einmal inne hatte, wurde zum Ehrenoberst ernannt. Von 1977 bis 1987 war er Oberst. Gleichzeitig wurde auch der Spielmannszug „Grün-Weiß“ Stockum geehrt; sie spielten seit 40 Jahren auf allen Nierstenholzer Schützenfesten.

1993 fand auf Anregung der Nierstenholzer Schützen auf der Schützenwiese ein Fußballturnier der in der Schützengilde zusammengeschlossenen Vereine sowie des Nachbarvereins Cappenberg statt. Im Endspiel siegte Stockum. Dieses Turnier wurde für einige Jahre zu einer festen Einrichtung. 1994 fand das zweite Turnier ebenfalls in Nierstenholz statt. Es siegte wieder Stockum. Im Jahr darauf wurde in Langern gespielt. Es waren nicht alle Werner Schützenvereine vertreten, daher wurde das Feld mit anderen Vereinen „aufgefüllt“. Nierstenholz siegte in diesem Turnier. Im Endspiel bezwang man eine Hobby-Mannschaft, die sich „Vikings“ nannte. 1996 war dann der Schützenverein Stockum der Ausrichter. Es wurde wieder ein reines Turnier der Schützenvereine. In einem hochklassigen, aber teilweise leider auch verbissen und hart gespielten Endspiel siegten unsere Schützen gegen den Gastgeber. Das vorerst letzte Turnier fand 1999 bei Varnhövel-Ehringhausen statt. Hier siegte der Gastgeber, „unsere“ Fußballer waren aber erneut im Finale. Die Fußballturniere haben bei Schützen einiger anderer Vereine keinen guten Ruf mehr, da einige Vereine (unter andrem auch Nierstenholz) ihre Mannschaften in erster Linie mit Spielern bestücken, die aktiv in Vereinen spielen und mitunter außerhalb des Fußballplatzes in ihrem Verein nie gesehen werden, während andere Vereine lediglich auf reine Hobbyspieler zurückgreifen können oder möchten. Auf der einen Seite kann man die Gegner der Fussballturniere verstehen, da die Fußballturniere kein reiner Spaß mehr sind, sondern von den „Vereinsspielern“ recht ernst gesehen werden. Auf der anderen Seite kann man Schützen, die nicht nur im Schützenverein, sondern auch im Fußballverein sind, nicht die Teilnahme an einem derartigen Turnier verbieten, weil sie besser spielen können als andere. Auch fällt es schwer, eine Grenze zu finden: Darf ein Aktiver einer Theken- oder Senioren-Mannschaft mitspielen? Wie sieht es mit ehemaligen Aktiven aus?.

Auf Anregung der Stadt Werne hatte der Schützenverein „Am Nierstenholz“ die Aufgabe übernommen, den aus dem Jahr 1874 stammenden und völlig verwitterten Bildstock restaurieren zu lassen und wenige Meter neben dem alten Standort wieder aufzustellen. Dieser Bildstock stammt aus dem Besitz der Familie Schulze-Rückamp. Die Arbeiten wurden 1994 abgeschlossen und der Bildstock wurde am 24.07.1994 eingeweiht. Ein Teil der entstandenen kosten wurde durch eine große Einweihungsfeier, an der alle Werner Schützenvereine teilnahmen, wieder herein geholt. Der Großteil wurde aber durch Eigenleistungen (Spenden der Nierstenholzer Bevölkerung, in Eigenregie durchgeführte Arbeiten usw.) erbracht. Der Bildstock ist ein besonders intensives Zeichen, dass unser Schützenverein nicht nur ein Verein ist, der Feste veranstaltet, sondern sich auch um Werte wie Tradition und Nachbarschaft verdient macht.

1995 veranstaltete unser Schützenverein erstmals einen Tanz in den Mai auf der Schützenwiese in Gildezelt. Am darauf folgenden Tag wurde vom amtierenden Königspaar Norbert Büscher und Ingrid Cramer ein Maibaum aufgestellt. Auf Grund des großen Erfolges wurde dieses Fest zu einer festen Einrichtung. Da in diesem Jahr viel los war, wurde im Oktober auf der Tenne von Traudchen Laarmann-Quante eine Helferfete veranstaltet, auf der die Klaftermusikanten eine Pauke geschenkt bekamen.

Da der Schützenverein bislang immer in den ungeraden Jahren seine Schützenfeste feierte, wurde 1997 in das 50-jährige Jubiläum hinein gefeiert. Der große Festumzug wird unvergessen bleiben, da mitten im Umzug von der Vereinswirtschaft zur Schützenwiese ein Wolkenbruch selten erlebter Heftigkeit vom Himmel kam und die Schützen, die nicht unter Bäumen oder andere Unterstände flüchten konnten, völlig durchnässt ankamen. In einer Regenpause wurde dann trotzdem der große Zapfenstreich vom Spielmannszug „Grün-Weiß“ Werne und der Blaskapelle Ascheberg gespielt. Die Nierstenholzer Schützen schauten in triefend nasser Uniform zu. Jubiläumskönig wurde der erste Vorsitzende, Günter Laarmann-Quante.

Im Jahr darauf erfüllte der Verein sich einen lang gehegten Wunsch. Auf der Schützenwiese wurde eine Vogelstange mit Kugelfang errichtet. Nachdem alle Anträge gestellt und alle Arbeiten getan waren, konnte am 01.08.1998 die Vogelstange feierlich eingeweiht werden. Wieder waren alle Nachbarverein anwesend, wieder wurde es eine großartige Feier. Die Lütkeheide-Schützen gaben uns hier auf spektakuläre Weise eine Leihgabe zurück: 1949 lieh sich der damals ebenfalls gerade neu gegründete Verein eine Armbrust aus, die in Nierstenholzer Eigenarbeit gebaut worden war. Nach dem Schießen damals war sie verschwunden und tauchte erst fast 50 Jahre später auf einem Dachboden wieder auf. Lütkeheide-Vorsitzender Markus Klenner nutzte die Einweihungsfeier, die Armbrust in einem Büßer-Gewand zurück zu geben, nachdem sie einige Wochen Prunkstück einer Jubiläums-Ausstellung der Lütkheide-Schützen im Werner Heimatmuseum war. Die Armbrust hängt seitdem im Saal unserer Vereinswirtschaft. Im Jahr darauf fand beim Kinderschützenfest erstmals ein Vogelschießen auf die eigene Vogelstange statt. Die erste richtige Feuertaufe fand beim Schützenfest 2000 statt.

Ab 2000

In der Generalversammlung am 08.01.2000 gab es eine weitere entscheidende Änderung. Einige Schützenfrauen wollten Mitglied des Vereins werden. Haupt-Motivation war die Teilnahme am Gildepokal-Schießen, an dem ausschließlich Mitglieder für ihren Verein schießen dürfen. In einer in Nierstenholz äußerst seltenen knappen Abstimmung wurde diesem Antrag statt gegeben. Noch am selben Abend gab es die ersten Vereins-Eintritte. Das erste weibliche Mitglied des Nierstenholzer Schützenvereins war Margret Kemmler.

Das Schützenfest 2002 hatte ein Besonderheit: Gleichzeitig mit dem Vogelschießen fand in Japan das WM-Endspiel zwischen Deutschland und Brasilien statt. Aus diesem Grund wurde im Festzelt eine große Leinwand aufgestellt. Kurz vor Anpfiff des Spiels wurde das Schießen unterbrochen. Nachdem Brasilien 2:0 gewonnen hatte, ging es mit dem Schießen weiter.

2003 ging mehrere Ären zu Ende. Nach 17 Jahren Tätigkeit im geschäftsführenden Vorstand musste Heinz-Otto Klein das Amt des Schriftführers an Stephan Laarmann-Quante abgeben, nachdem er 2 Jahre zuvor als 2. Vorsitzender zurückgetreten war. Ein weiterer Abschied wurde vom Spielmannszug „Grün-Weiß“ Stockum genommen, die über 50 Jahre für unseren Schützenverein spielten, ab 2004 aber erheblich kürzer traten. Auf dem Kompanieabend gaben sie eine Art „Abschiedskonzert“; ein allerletztes Mal spielten sie auf dem Jubiläums-Runkelschützenfest der „Klaftermusikanten“.

Auch 2004 gab es Abschiede: im Januar erklärte Winfried Vorbeck, dass er bis zum Jahresende von seinen Ämtern und Aufgaben zurücktreten werde. Bitteres Ende einer Ära: am 5. November 2004 verstarb Günter Laarmann-Quante, der seit 1975 und damit fast 30 Jahre lang im geschäftsführenden Vorstand tätig war, über 18 Jahre davon als erster Vorsitzender. Schützenwiese, Maifest, Vogelstange, Mitgliederboom, Verein ohne Nachwuchs-Sorgen. Das sind die prägendsten Schlagworte, die man mit Günter in Verbindung behalten wird. Die Nachfolge übernahm sein langjähriger Mitstreiter an der vordersten Front des Vereins, Antonius Knarse, neuer „Vize“ wurde Günters Sohn Stephan. Das Amt des Geschäftsführers, von Antonius lange Zeit geprägt, wurde von Ralf Thöne übernommen.

Da ging es im Nachhinein fast schon unter, dass auf dem Schützenfest 2004 der Spielmannszug St. Hubertus Horst und Wessel einen prima Einstand hatte und alle auf eine langjährige Zusammenarbeit hofften. Die Qualität von Spielmannszug und Blasmusik (das Blasorchester Selm überzeugte ebenfalls) auf dem Schützenfest war jedenfalls erheblich besser als das Wetter. Ein Wolkenbruch setzte die Wiese Samstags abends unter Wasser, so dass sie morgens vor dem Schießen notdürftig mit Stroh trocken gelegt werden musste. Erstmals hatte der Vogel einen Namen; „Holzmichel“ wurde von Detlef Bruland erlegt.

2005 hielt der Trend an: Bernhard Kemper, seit den 70er Jahren ununterbrochen in diversen Ämtern, u.a. als Oberst, tätig, zog sich aus privaten Gründen aus dem Vorstand zurück. Sein Nachfolger im Amt des Majors wurde sein Sohn Michael.

Aber es gab auch erfreuliche Dinge. Erstmals wurde am 31.10.2005 eine Halloween-Party auf der Schützenwiese gefeiert. Daniela Hesener und Sandra Verfürth organisierten eine Feier für kleine und große Monster. Nach einem Marsch in der Dunkelheit durch die Bauerschaft wurde bei Disco-Musik eine schaurig-schöne Fete im Zelt gefeiert.

Bis 1997 im Wesentlichen aus der Chronik zum 50-jährigen Jubiläum des Schützenvereins „Am Nierstenholz“, die von Rudi Hesener und Antonius Knarse 1997 verfasst wurde, entnommen.

Bilderchronik

Für das Jubiläum im Jahr 2011 wurde eine Bilderchronik erstellt, die am Familiennachmittag auch als Video gezeigt wurde: